Könige der Lüfte Echt. Majestätisch.

"Was zum Geier fliegt denn da...?" Im Rauriser Krumltal, dem Tal der Geier im Nationalpark Hohe Tauern, ziehen die Könige der Lüfte ihre Kreise: Steinadler, Gänsegeier und Bartgeier sind hier mit etwas Glück und Fernglas in freier Wildbahn zu beobachten. Und während der Greifvogelschau an der Hochalm kommt man Falken, Eulen und Adlern ganz nah.  

Das Rauriser Krumltal, ein wildromantisches Seitental des Raurisertals, wurde 1986 für die Wiederansiedelung der in Europa bereits ausgerotteten Bartgeier ausgewählt. Außerdem zählt dieses Seitental zu den von Steinadlern am dichtesten besiedelten Tälern der Hohen Tauern in Österreich.

Auf dem Lehrweg "Könige der Lüfte" durch das Rauriser Krumltal erfahren Sie mittels Schautafeln Interessantes über die imposanten Greifvögel, die hier zwischen Wasserfällen, Felsblöcken und Almweiden einen idealen Lebensraum gefunden haben.
Weiße Kotstreifen an den Felswänden, die häufig von orangeroten Krustenflechten besiedelt werden, machen die Schlafwände der Tiere sichtbar. Die Felswände werden auch als "Rotwände" bezeichnet.
Die leichte Wanderung führt Sie in rund 1,5 Stunden vorbei an der Kasermandlquelle bis zur bewirtschafteten Bräualm. Neben Greifvögeln entdecken Sie auf Ihrer Wanderung vielleicht weitere Wildtiere wie Gämsen, Murmeltiere und Steinwild.

Wissenswertes über die Könige der Lüfte im Nationalpark Hohe Tauern erfahren Sie auch bei der Greifvogelschau auf der Hochalm und im Nationalpark-Haus "Könige der Lüfte" in Wörth.

Bartgeier News 2017
Parkplatz Krumltal
Alte Buchebenstr. 38
5661 Rauris, Österreich

nahe Almgasthaus Lechnerhäusl 

Die Könige der Lüfte des Raurisertals im Portrait

Er ist der unumstrittene Herrscher der Alpen und König der Lüfte. Der Steinadler ist ein bis zu 90 cm großer Greifvogel von dunkler Färbung, die am Nacken und Kopf etwas ins Goldgelbe spielt. Die goldgelbe Färbung hat dem Steinadler seinen englischen Namen "Golden Eagle" eingebracht. In vielen Kulturen galt dieser Greifvogel seit jeher als Inbegriff für Macht und Kraft. 

Kräftig und geschickt erbeutet der Überraschungsjäger regelmäßig Tiere, die erheblich schwerer sind als er selbst. Der Steinadler erreicht eine Flügelspannweite von rund 2.30 Metern, wobei Männchen meist ca. 10 - 20 cm kleiner sind als Weibchen. Das Rauriser Krumltal zählt zu den von Steinadlern am dichtesten besiedelten Tälern der Hohen Tauern.

Große Exemplare des Bartgeiers - oder Lämmergeiers - bringen bis zu sieben Kilogramm auf die Waage. Die Spannweite ihrer Flügel von bis zu 2.90 Meter macht sie zu hervorragenden Seglern und zum größten Greifvogel der Alpen. Wer je einen ausgewachsenen Bartgeier beim Fliegen beobachtet hat, vergisst den beeindruckenden Anblick nicht so schnell. Bartgeier sind Aasfresser und verwerten vor allem, was andere Aasfresser übrig gelassen haben. So besteht ihre Nahrung zu rund 80 Prozent aus Knochen. Große Knochen lassen die Tiere aus großer Höhe auf Felsplatten fallen, auf denen sie zersplittern.

Bartgeier News 2017

Bartgeier News 2017

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Bartgeier Newsletter März 2015

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Völlig zu unrecht wurde dem Aas fressenden Bartgeier das Töten von Gämsen und der Raub von Lämmern zugeschrieben. So kam es, dass der mächtige Greifvogel im Verlauf des 19. Jahrhunderts in den Alpen ausgerottet wurde. In Europa überlebten die Tiere in den Pyrenäen, auf Korsika und auf Kreta. Die Bestände dort sind jedoch stark gefährdet.

Dem Alpenzoo Innsbruck ist es gelungen, die ersten Bartgeier mit Hilfe eines Ammenvogels in einer Voliere aufzuziehen. Dies war der Grundstein des Bartgeier-Projektes und damit ein wesentlicher Beitrag für eines der bedeutendsten Artenschutzprojekte. Aufgrund regelmäßiger Zuchterfolge konnte dann 1978 das internationale Projekt zur Wiederansiedelung des Bartgeiers in den Alpen gegründet werden. Als oberstes Ziel des Projektes gilt die Etablierung eines ohne menschliche Hilfe überlebenden Bestandes. Eine internationale Expertenkommission wählte vier Freilassungsorte in den Alpen aus - darunter das Rauriser Krumltal, wo 1986 erstmals vier Bartgeier freigelassen wurden: Hans, Fritz, Ellen und Winnie. Insgesamt wurden bis heute rund 150 Tiere alpenweit ausgewildert, 45 im Nationalpark Hohe Tauern - und davon 29 im Rauriser Krumltal.

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Überwachung der Bartgeier. Deshalb bitten wir, Beobachtungen an bartgeier@hohetauern.at zu melden.

Der Gänsegeier ist ein geselliges Tier und lebt in großen Kolonien. In Gruppen starten die Aasfresser von gemeinschaftlichen Schlafwänden - ihrem Kommunikationszentrum - zu Nahrungssuchflügen. Die Greifvögel erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 2.8 Metern und ein Gewicht von bis zu 12 Kilogramm. 

Die hohe Dichte an Weidevieh und Wildtieren führt dazu, dass wir in den Hohen Tauern jedes Jahr im Frühjahr Gänsegeier zur Sommerfrische begrüßen dürfen. Bei den Sommergästen handelt es sich um Nichtbrüter und Jungvögel von der nordwestlichen Balkanhalbinsel. Über 90 Gänsegeier wurden im Sommer 2013 im Raurisertal gezählt.